Syntropische Landwirtschaft ergänzt/erweitert den ökologischen Landbau bzw. die Permakultur durch das Pflanzen von Bäumen. Sie ist eine besonders intensive Form der Agroforstwirtschaft, bei der der Aufbau eines optimalen natürlichen Ökosystems wie das der natürlichen Urwälder nachgeahmt wird. Es werden verschiedene Nutzkulturen und heimische Pflanzen dicht zusammen gepflanzt.
Im Pilotprojekt wurden vorerst 3 Versuchsfelder nach den Grundsätzen der Syntropischen Landwirtschaft bepflanzt. In den kommenden Monaten und Jahren werden diese Pflanzen gepflegt und deren Anordnung laufend weiterentwickelt, um ein robustes, ertragreiches System zu erreichen und die Klimaresilienz und Biodiversität zu erhöhen. Die Versuchsflächen sollen die Basis für die spätere Umsetzung auf vielen und großen Flächen schaffen.
Das Vorhaben soll einerseits die Versorgung mit Gemüse und Obst sicherstellen und andererseits langfristig zur Bodenbildung (Humusaufbau) beitragen. Darüber hinaus binden die Bäume und der Humusaufbau langfristig Treibhausgase, was ein eminenter Beitrag zur Bekämpfung der globalen Erwärmung ist.
DasProjekt adressiert v. a. diese UN-Nachhaltigkeitsziele

Was ist Syntropische Landwirtschaft?
Eine besonders intensive Form der Agroforstwirtschaft, die die Struktur eines optimalen natürlichen Ökosystems nachahmt, wie es beispielsweise in natürlichen Urwäldern zu finden ist. Verschiedene Nutzpflanzen und einheimische Pflanzen (von Bäumen bis hin zu kleinen Pflanzen) werden dicht beieinander gepflanzt. Durch intensiven Beschnitt (Pflegemaßnahmen) werden die Pflanzen zu starkem Wachstum angeregt. Die bei diesem Vorgang erzeugten Wachstumshormone breiten sich im Boden aus und beeinflussen auch alle anderen Pflanzen. Die dabei anfallende Biomasse verbessert zusätzlich den Boden, wenn sie verrottet.
Die syntropische Landwirtschaft zielt darauf ab, Lebensmittel zu produzieren und gleichzeitig den Boden kontinuierlich zu verbessern und langfristig Treibhausgase im Boden und in Bäumen zu binden (Bekämpfung der globalen Erwärmung).
Einfach ausgedrückt: Syntropische Landwirtschaft ist Landwirtschaft, wie sie schon lange bei RDO - Tanzania betrieben wird, ergänzt um Bäume (die Schatten und Nährstoffe spenden und Treibhausgase binden).
Projektziele
Im Rahmen eines Pilotprojekts soll getestet und aufgezeigt werden, ob und wie nachhaltige Land- und Forstwirtschaft gemeinsam betrieben werden können, sodass neben den Erträgen (Ernten) auch eine langfristige Bodenentwicklung und ein klimapositiver Effekt (Bindung von Treibhausgasen) erzielt werden können.
Das Pilotprojekt ist erfolgreich abgeschlossen, wenn auf den Pilotflächen landwirtschaftliche Produkte geerntet werden können und gleichzeitig ein relevanter Beitrag zur Bekämpfung der globalen Erwärmung erzielt wird.
Das Projekt ist ein Beitrag zur nachhaltigen landwirtschaftlichen Entwicklung, zusammen mit Maßnahmen zur Bekämpfung des Klimawandels.
Projektinhalt
Die erstenSchritte sind bereits getan:
- Gewinnung/Aufzucht von Pflanzmaterial (Samen, Setzlinge, etc.)
- Schulung von mehr als 100 RDO-Fachleuten und StudentInnen, aber auch von Bäuerinnen und Bauern aus der Umgebung
- Vorbereiten und Bepflanzung von drei Versuchsflächen in Makungu (Kilolo), Kinyambulunge und Mdabulo.
- Die Eine-Welt-Gruppe Schlins|Röns und die RDO arbeiten hier eng mit der gemeinnützigen Organisation „Forests4Farming“ zusammen. Dort ist mehr zur bisherigen Pflanzaktion zu erfahren. Forests4Farming bietet außerdem mit der F4F Akademie ein umfangreiches Online-Trainingsprogramm an.
In den kommenden Monaten und Jahren werden die Versuchsflächen gepflegt und die Anordnung der Pflanzen laufend weiterentwickelt, um ein robustes, ertragreiches System zu erreichen. Diese Arbeiten sind zeitaufwändig, lohnen sich aber. Ein optimales Miteinander der Bäume, Sträucher, Obst- und Gemüsepflanzen sichert gute Erträge, minimiert Schädlingsbefall und trägt zur Bodenverbesserung bei. Durch die Bindung von CO2 im Boden (Humusaufbau) und in den Bäumen wird auch ein positiver Beitrag zum Klimaschutz geleistet.
Nach erfolgreicher Umsetzung der Pilotprojekte soll die Bepflanzung nach den Prinzipien der Syntropischen Landwirtschaft schrittweise auf andere landwirtschaftliche Flächen der RDO und auch bei Bäuerinnen und Bauern in der Region ausgedehnt werden.
Reinold Amann, Bernhard Fritz






